KontextSchule@KINDL-Zentrum für zeitgenössische Kunst

Für die beiden Treffen am Mittwoch, 26.04.2017 und Freitag, 05.05.2017 teilten sich die Mitwirkenden in zwei Gruppen auf:

  • Die eine Hälfte arbeitete zunächst bei DISTRICT und besuchte später im Rahmen der Tagung Schools of Tomorrow einen Workshop im HKW: Bericht KontextSchule@DISTRICT
  • Die andere Hälfte besuchte zwei Ausstellungen zeitgenössischer Kunst – einmal im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst und einmal im Schwulen Museum: Bericht KontextSchule@Schwules Museum
  • Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst ist in den Räumen der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln untergebracht. Die Institution wird privat finanziert und zeigt in wechselnden Ausstellungen internationale Gegenwartskunst. Für die Fortbildung hat uns Programmverantwortliche dieser Schwerpunkt auf Positionen der künstlerischen Gegenwart interessiert, da wir diese für einen relevanten Fachinhalt an Schulen halten. Gleichzeitig scheint uns die Auseinandersetzung damit auch für die Zusammenarbeit zwischen Lehrer*innen, Schüler*innen und Künstler*innen im Rahmen der KontextSchule produktiv, kann die Beschäftigung mit Gegenwartskunst die Tandems und Teams doch darin bestärken "scheinbare Gewissheiten zu hinterfragen und für wahr Genommenes zu unterlaufen", wie Heinrich Lüber und Carmen Mörsch in einem 2010 in der NZZ erschienenen Artikel ausführen. Gegenwartskunst berge das Potenzial, persönliche und kollektive Haltungen zu erarbeiten und damit etwa "eine wenig angstbesetzte Auseinandersetzung mit Differenz, Uneindeutigkeit und Komplexität, eine Lust an der Offenheit von Prozessen oder einen produktiven Umgang mit dem Scheitern" zu befördern. Gleichzeitig kann in der Auseinandersetzung mit Positionen zeitgenössischer Kunst erfahrbar werden,"dass Haltungen und Gestaltungen nicht aus dem Nichts entstehen, sondern historisch gewachsen und in Machtverhältnisse eingebettet", in einen Kanon eingeschrieben sind. Sich kritisch mit ihr im Unterricht auseinanderzusetzen, führt zu einer potenziellen Selbstermächtigung im Umgang mit Kunst, welche für künftige Erwachsene "als reichhaltiger, heterogener Bestandteil von Welt erfahrbar werden [sollte], der für sehr viele unterschiedliche Interessen Anknüpfungspunkte bereithält."

    Wir besuchten die von An Paenhuysen als Gastkuratorin verantwortete Gruppenausstellung Up And Down – die Avantgarde von Heute als Salonkunst von Morgen? mit der Frage, inwiefern die gezeigten Positionen zeitgenössischer Kunst im oben beschriebenen Sinne gemeinsam mit Schüler*innen produktiv gemacht werden könnten. Im Hinblick auf den Besuch der Ausstellung ğ – queere Formen migrieren im Schwulen Museum, zu der wir beim Folgetreffen arbeiteten, interessierte uns im Besonderen, inwiefern aus Sicht der Mitwirkenden gerade queere Positionen dazu beitragen könnten, eine fragende Haltung in der bevorstehenden Zusammenarbeit zwischen Lehrer*innen, Schüler*innen und Künstler*innen zu etablieren.
    Nach einer Führung durch An Paenhuysen, stellte Bettina Busse uns die von ihr verantwortete und in Aufbau befindliche Kunstvermittlung im KINDL vor. Den Abschluss des Nachmittags verbrachten wir in den Kunstvermittlungsräumen im KINDL und hielten gemeinsam fest, was sich uns von den nachmittäglichen Impulsen besonders eingeprägt hatte und inwiefern dies die anstehende Tandem-/Teamarbeit informieren könnte.

    KS 6 zu Gast bei: KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst

    Gast: An Paenhuysen, Nettina Busse

    Termin: Mittwoch, 26.04.2017, 14:30-18:30