KontextSchule@DISTRICT
Konflikt als Methode:
Normative Praxen Verlernen

Für die beiden Treffen am Mittwoch, 26.04.2017 und Freitag, 05.05.2017 teilten sich die Mitwirkenden in zwei Gruppen auf:

  • Die eine Hälfte arbeitete zunächst bei DISTRICT und besuchte später im Rahmen der Tagung Schools of Tomorrow einen Workshop im HKW
  • Die andere Hälfte besuchte zwei Ausstellungen zeitgenössischer Kunst – einmal im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst und einmal im Schwulen Museum: Bericht KontextSchule@KINDL , Bericht KontextSchule@Schwules Museum
  • Unter Anleitung von KUNCI-Mitglied Ferdiansyah Thayjib fand der Workshop Konflikt als Methode: Normative Praxen Verlernen in den Räumen von DISTRICT Kunst- und Kulturförderung statt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen produziert DISTRICT Kunstprojekte, Ausstellungen, diskursive und performative Vermittlungsformate und engagiert sich in Bildungprojekten. Ein Beispiel ist das Projekt Schule Ohne Zentrum, welches als praxisorientierte und diskursive Plattform aufgebaut wird, und im Zuge dessen Methoden aus den Bereichen Kunst, kritische Bildungsarbeit und Theorie miteinander verknüpft werden.
    Das Lektüre(n)treffen und die anschließende Werkstatt basierte auf den Methoden der KUNCI Cultural Studies Center mit dem Projekt School of Improper Education, eines Projekts informeller Bildungsarbeit zwischen lokalen Gemeinschaftsräumen in Yogyakarta, Indonesien. Ferdianysah Thayjibs Workshopansatz fokussierte auf konflikthafte Affekte und Situationen, die beim Verlernen von hegemonialen Mustern, wie etwa Normativität/Normalität, entstehen.
    In diesem Zusammenhang werden Konflikte nicht als Problem begriffen, sondern als Anlass zur Umgestaltung sozialer Beziehungen und der Veränderung von Machtverhältnissen.

    Sprache stand im Zentrum dieser Auseinandersetzung. Sprache wird dabei als durchlässiges Medium und Potenzial begriffen, das Konflikte, eine produktive Streitkultur und Aushandlungsprozesse anstoßen kann. Wichtig war in diesem Zusammenhang, Sprache als Instrument zu untersuchen und zu dekonstruieren. Basierend auf bell hooks Teaching to Transgress und Sara Ahmeds The Promise of Happiness wurden die Mitwirkenden dazu eingeladen, Begriffe assoziativeinzubringen, die sich ihnen bei der Lektüre der Texte eingeprägt hatten. Mit der Methode der Strukturlegung hielt die Gruppe diese Begriffscluster visuell fest, um in der anschließenden Werkstatt darauf zurückgreifen zu können. Die Wörter wurden wie folgt gesammelt und zusammengestellt:

    In der Werkstatt wurden die Mitwirkenden in vier Arbeitsgruppen aufgeteilt, um diese Begriffe, die wie o.g. thematisch gruppiert wurden, in Form eines Living Glossary d.h. eines lebendigen, interaktiven Glossars), zunächst einmal jede*r für sich alleine und danach gemeinsam zu diskutieren und zu untersuchen. Bei diesem Vermittlungsformat lag der Schwerpunkt darauf, sich aktiv zuzuhören.

    Dieser Prozess entstand nicht zuletzt aus den vielfältigen Perspektiven der Beteiligten, um kreative Formen im Umgang mit Differenz und Konflikt zu entwickeln.

    KS 6 zu Gast bei: DISTRICT Kunst- und Kulturförderung

    Gast: Ferdiansyah Thajib / KUNCI Cultural Studies Center

    Termin: Mittwoch, 26.04.2017, 14:30-18:30 und
    Freitag, den 05.05.2017, 10:00-18:00

    Literatur zum Treffen